22. Mai 2019

Bara Cadabra in Porto Alegre, Brasilien

„Eine Welt, von der wir vorher nicht wussten, dass sie tatsächlich existiert.“ So lautete der Titel des Konzeptes zum neuen Abenteuerspielplatz der Shopping Mall „BarraShopping Sul“ im brasilianischen Porto Alegre. Diese Welt ist nun real geworden. Seit März diesen Jahres erwartet die Besucher auf dem Außengelände des Einkaufszentrums ein gigantischer Kletter-, Spiel- und Abenteuerspielplatz. Er gleicht einem kleinen Freizeitpark und hat den Anspruch, nicht nur den Bedürfnissen aller Kinder unterschiedlicher Altersklassen gerecht zu werden, sondern auch für deren Eltern und damit für die ganze Familie ein attraktiver Ort zu sein.

„Wir wollten einen Raum gestalten, an dem die Zeit anhält. Einen Ort für die Kinder, an dem es möglich ist zu träumen und an dem wir uns daran erinnern können, wie wichtig es ist, seiner Vorstellungskraft freien Lauf zu lassen“, sagt Susana Ventura, CEO und Creative Director bei Oikotie und hauptverantwortlich für Planung und Design des neuen Spielplatzes. „Gerade in Brasilien, wo schon Kinder oftmals keine Zeit mehr haben wirklich Kind sein zu dürfen, braucht es solche Orte.“

Das 2.500 m2 große Areal teilt sich in vier unterschiedliche Themenbereiche, die insgesamt mit 39 verschiedenen Spielgeräten ausgestattet sind: den „Sensorial Garden“, das „Magic Valley“, die „Event Area“ und ein Abenteuerbereich mit dem Namen „Bravaria“. Darüber hinaus verfügt der Park über eine beindruckende Infrastruktur, bestehend aus einem Familienbadezimmer, einem geschützten Platz zum Versorgen von Säuglingen, Trinkwasserfontänen und verschiedenen Food-Stationen.

In „Bravaria – dem Land der Kühnen und Mutigen“ befindet sich ein abwechslungsreiches Bewegungsangebot. Wer sich traut, hat hier die Möglichkeit zu klettern, zu rutschen, zu drehen, zu schaukeln und zu springen.

Ein Highlight dieses Areals ist eine Baumhaussiedlung aus dem Hause der Berliner Seilfabrik. Über eine Leiter geht es auf knapp zwei Meter hinauf in das erste von insgesamt drei „Trii“-Häuschen der Berliner „Greenville„-Reihe. Über einen engmaschigen Netztunnel können die Kinder höher in das nächste Baumhaus „Trii3“ aufsteigen. Ein Aufstiegsnetz ermöglicht den direkten Zugang in das mittlere Baumhaus und bietet so eine spannende Alternative zur Leiter. Schließlich geht es über einen weiteren Netztunnel zum dritten Baumhaus, an dem eine Tunnelrutsche aus knapp drei Metern Höhe den perfekten Abgang für mutige Kletterer darstellt.

„Auf diesem Teil des Spielplatzes haben wir bewusst Spielgeräte eingeplant, die den Kindern eine gewisse Herausforderung anbieten. Hier brauchen sie Kraft und Mut, um die integrierten Hindernisse zu überwinden und der Höhe zu bestehen“, sagt Susana Ventura. „Das macht die Geräte wiederum attraktiv.“

Diese Herausforderungen können die kleinen Abenteurer nicht nur beim Aufstieg in die „Trii“-Häuschen oder beim Durchklettern der Netztunnel erfahren, sondern auch in dem direkt angrenzenden Niedrigseilgarten. Dieser besteht aus insgesamt vier Kletterelementen, die jeweils unterschiedliche Schwierigkeitsgrade anbieten. Im sogenannten „Wespennest“, einem offenen Netzball aus Seilen, der über eine Strickleiter bzw. über Kletterseile erreicht werden kann, gibt es zudem die Möglichkeit für Rückzug und Erholung.

Ein weiteres Klettererlebnis der besonderen Art bietet das Raumnetzgerät „Jupiter“. Hier können viele Kinder gleichzeitig im dreidimensionalen Raum bis zu einer Höhe knapp unter fünf Metern klettern. Die Anbauelemente Rutsche, Dschungelbrücke, Aufstiegsnetz und Strickleiter sorgen für zusätzliche Attraktion. „Dieser Spielbereich ist sogar für die Mamas und Papas attraktiv, weil sie hier mit ihren Kindern gemeinsam klettern können. So wird der Spielplatz zur Attraktion für die ganze Familie“, so Ventura.

Gleiches gilt für die Drehscheibe „Disk XL“, die auch Teil des Spielbereichs „Bravaria“ ist. Mit einem Durchmesser von 2,3 Metern bietet sie ebenfalls genug Platz für ganze Familien, ohne dabei an Eleganz zu verlieren. Die schräge und leicht konkave Disk macht nicht nur Spaß, sondern hilft dabei, Körperbeherrschung zu trainieren. Hier lassen sich die G-Kräfte auf eindrucksvolle Weise erfahren.

Abgerundet wird dieser Spielbereich durch die neue Schaukelkombination „Side-by-Side-Swing“, die aus zwei einzelnen Schaukeln sowie einer Nestschaukel besteht und sich ideal für gemeinsames Schwingen in luftigen Höhen eignet.

Sowohl das Raumnetzgerät „Jupiter“, als auch „Disk XL“ und Nestschaukel, geben dem Spielbereich einen hohen inklusiven Charakter, indem sie das gemeinsame Spielen von Kindern mit unterschiedlichen Fähigkeiten ermöglichen. Alle drei Spielgeräte bieten verschiedene motorische Herausforderungen und vielfältige sensorische Erfahrungen an. So können beispielsweise gehörlose Kinder im Raumnetz klettern und durch die transparente Struktur gleichzeitig in Sichtkontakt mit den anderen Kindern bleiben. Kinder mit ADHS profitieren von der Notwendigkeit, sich beim Klettern konzentrieren zu müssen und Kinder, die im Rollstuhl sitzen, können in der Nestschaukel oder auf der Disk gemeinsam mit anderen die Schwer- bzw. Fliehkraft erfahren. Durch den gewählten Fallschutzboden sind alle Geräte gut erreichbar und auch das Kind, welches vieleicht auf den Rollstuhl zur Fortbewegung angewiesen ist, wird animiert diesen zu verlassen und sich – wenn möglich – ins Raumnetz zu ziehen.

Neben dem breiten Bewegungsangebot fällt besonders das spannende Farbkonzept und die abwechslungsreiche Modellierung des Untergrundes ins Auge. Verschieden hoch angelegte Erhebungen und Hänge lassen eine organische Hügellandschaft entstehen. Immer wieder befinden sich zwischen den Spielgeräten angelegte Beete mit Palmen, heimischen sowie exotischen Pflanzen und Kräutern, die ein breites Spektrum an Farben und Gerüchen anbieten. Unterstützt wird diese Anmutung durch die bunte EPDM-Oberfläche, die aus verschiedenfarbigen rundlichen Formen und Wegen besteht und aus der Vogelperspektive an eine bunte Blumenwiese erinnert. Dieses farbenfrohe Konzept wird auch von den Spielgeräten der Berliner Seilfabrik aufgegriffen, die überwiegend in den Farben blau, grau und pink „leuchten“ und so besonders ansprechend und fantasievoll wirken. „Die große Farbauswahl, die uns zur Verfügung gestellt wurde, war ein entscheidender Grund für uns mit Berliner zusammenzuarbeiten, denn Farben spielen immer eine wichtige Rolle in unseren Konzepten“, sagt Susana Ventura. „Darüber hinaus überzeugen die Spielgeräte durch Design, Sicherheit und hohe Qualität. Da dieser Spielplatz täglich von mehr als 1.500 Kinder bespielt wird, war es wichtig Spielgeräte zu installieren, die eine lange Haltbarkeit bei gleichzeitig hoher Belastbarkeit garantieren.“

Der Auftraggeber ist zufrieden: „Im Sinne unseres Anspruches von BarraShopping Sul, exklusive Kundenerlebnisse anzubieten, präsentieren wir jetzt ein beispielloses Konzept aus innovativen Spielgeräten für die ganze Familie“, erklärt Eduardo Vitagliano, Leiter der Shopping Mall, auf der Internetseite des Konzerns Multipla. Dass er mit diesem Vorhaben den Nerv der Zeit getroffen hat, zeigen die aktuellen Besucherzahlen: Bereits in den ersten drei Wochen nach Eröffnung wurde der Park von über 52.000 Menschen besucht. Ein voller Erfolg also, nicht nur für die Shopping Mall, sondern vor allem für die Kinder und Familien von Porto Alegre.